Die Vorbereitungen
Umfangreiche Planungen aufgrund der Pandemie und der einzuhaltenden Hygienemaßnahmen waren zur Vorbereitung nötig gewesen. Die zusätzlichen Anstrengungen zur Erfüllung der Hygienemaßnahmen banden enorme Ressourcen an Personal und Kapital bei den ausrichtenden Zuchtverbänden.
Mitausrichter Saarland, der Dritte im Bunde, war diesmal nicht mit einem eigenen Bockangebot dabei.
Die fünf wichtigsten Wirtschaftsrassenwaren waren im Auktionsangebot vertreten: Merinolandschaf (MLS), Schwarzköpfiges Fleischschaf (SKF), Suffolk (SUF), Ile de France (IDF) und Charollais (CHA).
Von den 41 Tieren im Katalog wurden letztlich 37 Tiere aufgetrieben.
Das Angebot der Böcke aus hessischen Zuchtbetrieben war diesmal mit insgesamt 13 Tieren ungewöhnlich knapp.
Prämierung
Als Preisrichter fungierten der frisch gebackene neue Zuchtleiter des Landesverbands der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter Rheinland-Pfalz e. V., Heinrich Schulte und Zuchtberater Martin Steffens vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.
Das harmonische Preisrichterduo prämierte die Auktionsböcke der Klasse I souverän in insgesamt acht Altersklassen. Sie freuten sich dabei über die weitestgehend hohe Qualität des weit gefächerten Angebots an Zuchtböcken. „Es war für jeden etwas dabei“, so Zuchtleiter H. Schulte aus Rheinland-Pfalz.
Bei den Rassen Charollais und Ile de France, die den Reigen der Prämierungsveranstaltung eröffneten, waren sich die Preisrichter schnell einig über die Rangierung des Bockangebotes. Der Charollaisbock unter Katalognumer eins aus der Zucht von Thomas Bässe aus Rhünda wurde seinen beiden Konkurrenten im Angebot in allen Belangen vorgezogen. So konnte der 96,5 kg schwere und 13 Monate alte Bock die Preise „Sieger“, „Wollsieger“ und „Fleischsieger“ seiner Rasse auf sich vereinigen. Die beiden anderen Rassevertreter aus der gleichen Zuchtstätte hatten, obwohl ebenfalls mit bestem Körergebnis, das Nachsehen.
Bei den Ile de France-Böcken aus der Zucht von Karl Vöhl aus Haina, konnte das Tier unter Katalognummer sieben aufgrund seiner überragenden Jugendentwicklung und dem fehlerfreien Exterieur den Sieg davontragen. Zusätzlich wurde dieser Bock zum Wollsieger seiner Rasse erkoren. Der IDF-Bock unter Katalognummer acht war der jüngere aber quelligere Rassevertreter. Er wurde Reservesieger und Fleischsieger der IDF.
Auch bei den Suffolks waren die Böcke durchweg sehr gut von den Zuchtstätten vorbereitet worden und präsentierten sich entsprechend exzellent im Ring. Hier stimmte alles im Angebot. Neben rassetypischen Wollqualitäten überzeugten die Böcke vor allen durch besten Entwicklung, fehlerfreie Fundamente und typvolle Ausstrahlung.
In der älteren Klasse wurde unter Katalognummer 13, ein für sein Alter von 13 Monaten enorm entwickelter Bock, mit bester Wolle, aus der Zuchtgemeinschaft Görgen in Bausendorf, zum Ia-Bock. Sein Pendant in der jüngeren SUF-Klasse wurde der Bock unter Katalognummer 16, der gerade einmal elf Monate alt, schon 112,5 kg auf die Waage brachte, im Herkunftsverband mit der Höchstnote 9 für die Bemuskelung gekört worden war und sich trotz seiner Jugend schon als fertiger Zuchtbock präsentierte. Dieser Bock der Zucht Walter in Quirmbach wurde im Anschluss auch zum Reservesieger und Fleischsieger seiner Rasse gekürt. Der „Wollsieger“ und der Siegerpreis der Rasse Suffolk gebührte jedoch wiederum dem Ia-Bock der älteren Klasse, Katalognummer 13 aus der Zucht Görgen.
Bei den „Schwarzköpfen“ wurden das Angebot zahlenmäßig von der Zucht Friedel Bous aus Mayen dominiert. Die Katalognummer 19 von Bous wurde in der älteren Klasse Ia-Bock und später Sieger der Rasse, während sein Stallkamerad unter Katalognummer 18 1d-prämiert, den Fleischsieger-Preis einheimsen konnte.
In der jüngeren Schwarzkopf-Konkurrenz überzeugte Katalognummer 29 aus der Zucht Stey in Kirchhain die Juroren. Er wurde zum Ia-Preisträger und Reservesieger. Die korrekte Beinstellung vorn wie hinten gab hier den Ausschlag, neben einer ausgeglichenen Körperentwicklung. Sein Stallbruder unter Katalognummer 25 bestach durch gleichmäßig feine, weiße Wolle bei gutem Besatz und trug folglich den Titel „Wollsieger“ davon.
Bei den Merinos wurden die Preise unter den drei beteiligten Zuchtstätten relativ gleichmäßig verteilt.
Den Titel „Fleischsieger“ trug der schwerste Bock der Konkurrenz davon, ein voll entwickelter Bock der Zuchtgemeinschaft Rudnik/Becker aus Fernwald unter Katalognummer 31, der, geboren im April 2020, 159,5 kg Auktionsgewicht aufwies. Er zeigte eine tolle Ausbildung aller wertgebenden Fleischpartien und gewann den Preis unangefochten.
In der älteren Klasse wurde Kat-Nummer 37, aus der GbR Bühner in Kandel Ia-Preisträger und im Anschluss Reservesieger der Rasse MLS. Bei guter Körperentwicklung bestach er durch korrektes Fundament und harmonischen Gang. Den begehrten Titel „Wollsieger“ konnte ebenfalls die GbR Bühner bei den Merinos für Kat-Nummer 34 erzielen.
Siegerbock der Merinolandschafe wurde der Ia-Preisträger der jüngeren Klasse unter Kat-Nummer 41 aus der Zuchtstätte LVA-Neumühle in Münchweiler. Der einjährige, fehlerfreie Bock, 133 kg schwer, wohlproportioniert, mit erstklassiger Fleischfülle und flüssigen Bewegungen hat die Preisrichter am Ende überzeugt.
Als Besonderheit wurde erstmal ein Geldpreis an den Züchter und eine Kaufprämie von jeweils von 100 € von der Viehzentrale Südwest, für den rheinlandpfälzischen Fleischsieger gestiftet. Der sichtlich zufriedene Zuchtleiter, H. Schulte zeichnete mit dem Sonderpreis den SUF-Bock unter Katnummer 16 aus der Zucht D. u. M. Walter, Quirnbach aus.
Tabelle: „Tab-Siegertiere“
Auktionsverlauf
Auktionator Christian Sölzer aus Gudensberg freute sich über das rege Kaufinteresse durchweg aufmerksamer Beobachter in der anschließenden, mit Spannung erwarteten Auktion. Aufgrund des großzügigen Platzangebotes in der Halle und der guten Raumaufteilung hatten alle Besucher einen sehr guten Blick auf das Geschehen im Auktionsring.
Den weißen Fleischschafrassen Charollais und Ile de France hätte man noch mehr Kaufinteressenten gewünscht, die die hervorragende Qualität der Rassesieger stärker honoriert hätten. So konnte der Sieger, Woll- und Fleischsieger der Charolais-Böcke für günstige 600,-Euro ersteigert werden. Zwei CHA- Böcke gingen wieder in den Züchterstall.
Auch die beiden hochkarätigen IDF-Böcke im Angebot wurden relativ günstig, zu 600 bzw. 800 € zugeschlagen.
Eine lebhafteres Geschehen im Auktionsring war im Anschluss bei den Suffolks zu verzeichnen. Zu einem guten Durchschnittspreis von über 840 € wurde der komplette Markt der Rasse geräumt. Zum Spitzenpreis der Auktion von 1400 € wurde der Fleischsieger unter Katnummer 16 aus der Zucht Walter zugeschlagen.
Die „Schwarzköpfe“ verkauften sich ähnlich gut. Lediglich ein Bock der Elfer-Konkurrenz fand keinen neuen Besitzer. Im Schnitt wurden die Böcke sogar noch höher, zu 970€ zugeschlagen.
Die Merinos kamen durchschnittlich zu 830 € unter den Hammer. Hier hätte man den Zuchtbetrieben der Siegertiere der Rasse einen höheren Preis gewünscht. So freuen sich die Käufer der Auktion, die gute Qualität zum günstigen Preis erwerben konnten.
Am Ende freuten sich die Züchter über eine gute Verkaufsquote von über 90% und die Käufer über moderate Preise.
Die Veranstalter wiederum freuten sich über einen reibungslosen Ablauf der aufwändigen Veranstaltung.